Rückblick RAG Event 2014

Hotel Paxmontana - Totalsanierung und Denkmalschutz im Einklang

Der letzte Block des RAG Events 2014 führte die Teilnehmenden in den Kanton Obwalden; genauer gesagt ins Panorama Hotel Paxmontana im Flüeli-Ranft. Trotz nasskaltem Herbstwetter strahlt das Hotel eine wohltuende Wärme aus. Für den Betrachter fügt sich der sechsgeschossige Holzbau wie selbstverständlich in die umgebende Landschaft ein. Die hektische Welt ist auf einen Schlag vergessen und man fühlt sich in eine andere Zeit zurück versetzt. Entstanden ist der Bau vor fast 120 Jahren; in der ausgehenden Belle Époque. Das Gebäude wurde in der Folge mehrfach erweitert und umgebaut. Installationen und Zimmergrössen genügten zunehmend den Ansprüchen der Gäste nicht mehr. Vor allem aber wies die Statik im Laufe der Zeit Schwächen auf. Um eine Totalsanierung führte irgendwann kein Weg mehr vorbei. 2006 begann die Planung für den Umbau. Dieser wurde im Jahr 2012 beendet.

(ZVG, Das Hotel Paxmontana bei herrlichem Sonnenschein).


Beat Studhalter, Lauber Ingenieure AG, war am Projekt als Ingenieur beteiligt und erläuterte den Teilnehmenden die Schwerpunkte der Renovationsarbeiten: „Brandschutzmassnahmen, elektrische und sanitäre Installationen wurden auf den neusten Stand gebracht. Komplett neu berechnet und gebaut wurde dagegen die statische Struktur. Dabei erwies sich Holz als sehr flexibler Baustoff. Aus Gründen des Denkmalschutzes wurde das Gebäude optisch aber nicht verändert“. Das Projekt erhielt verdientermassen den 2. Platz des prestigeträchtigen Holzpreis Prix Lignum 2012.

Die Ausgaben für die Totalsanierung betrugen rund 26 Millionen Franken. Während der Sanierung musste das Hotel für 18 Monate geschlossen werden. Obwohl die letzten Arbeiten noch nicht abgeschlossen waren, öffnete das Panoramahotel Paxmontana an Weihnachten 2011 seine Türen für die Öffentlichkeit. „Mit der Totalsanierung des Hotels musste das Betriebskonzept geändert werden“, erklärte Diego Bazzocco, Hoteldirektor des Paxmontana. „Vor der Sanierung war das Hotel nur von Palmsonntag bis Allerheiligen geöffnet. Die getätigten Investitionen können indessen nur mit einem Volljahresbetrieb amortisiert werden. Das war allen Entscheidungsträgern sofort klar. Das Hotel wurde von 103 auf 83 Zimmer verkleinert und mit Konferenzzimmern für die ruhigere Wintersaison ergänzt.“

Hoteldirektor Diego Bazzocco erklärt die eindrückliche Geschichte seines Hotels.


Auf dem anschliessenden Rundgang durften sich die fachkundigen Teilnehmer selbst von der Qualität des Umbaus überzeugen. Und daran gibt es nichts auszusetzen. Die unter vielen Schichten entdeckte Jugendstiltapete wurde sorgfältig rekonstruiert. Sie prägt die Anmutung der langen Korridore und findet zusammen mit den Zimmertüren, den emaillierten Nummernschildern, den Wäscheschränken und den originalen und nachgebauten Deckenlampen in die historische Ganzheit zurück. Das Dach wurde mit speziell angefertigten Dachschieferplatten in Grau und Rot neu eingedeckt. Mittels alten Fotos und Postkarten wurde sein markantes Muster wieder hergestellt. Das Hotel hat seinen ursprünglichen Charme behalten. Es war am Tag des Besuchs komplett ausgebucht – der beste Beweis für den Erfolg.

Melanie Brunner (Geschäftsführerin Proholz Lignum Luzern) bedankt sich bei Diego Bazzocco mit einer Flasche Wein für die informative Führung.

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